Predigt von Tom Herter

Predigttext (1. Mose 4,1-16):

1 Adam schlief mit seiner Frau Eva. Sie wurde schwanger und brachte Kain zur Welt. Da sagte sie: »Mithilfe des Herrn habe ich einen Sohn bekommen.«
2 Danach brachte sie seinen Bruder Abel zur Welt.

Abel wurde Hirte und Kain wurde Ackerbauer.
3 Eines Tages brachte Kain dem Herrn

von dem Ertrag seines Feldes eine Opfergabe dar.
4 Auch Abel brachte ein Opfer dar: die erstgeborenen Tiere seiner Herde und ihr Fett. Der Herr schaute wohlwollend auf Abel und sein Opfer.
5 Doch Kain und sein Opfer schaute er nicht wohlwollend an. Da packte Kain der Zorn, und er blickte finster zu Boden.
6 Der Herr fragte Kain: »Warum bist du so zornig, und warum blickst du zu Boden?
7 Ist es nicht so: Wenn du Gutes planst, kannst du den Blick frei erheben. Hast du jedoch nichts Gutes im Sinn, dann lauert die Sünde an der Tür.
Sie lockt dich, aber du darfst ihr nicht nachgeben!«
8 Kain sagte zu seinem Bruder Abel: »Lass uns aufs Feld gehen!« Als sie auf dem Feld waren, fiel Kain über seinen Bruder Abel her und erschlug ihn.
9 Da sagte der Herr zu Kain: »Wo ist dein Bruder Abel?« Kain antwortete: »Das weiß ich nicht. Bin ich dazu da, auf meinen Bruder achtzugeben?«
10 Der Herr entgegnete ihm: »Was hast du getan?
Das Blut deines Bruders schreit vom Ackerboden zu mir.
11 Verflucht sollst du sein, verbannt vom Ackerboden, den deine Hand mit seinem Blut getränkt hat!
12 Wenn du ihn bearbeitest, wird er dir künftig keinen Ertrag mehr bringen.

Du wirst ein heimatloser Flüchtling sein und von Ort zu Ort ziehen.«
13 Kain erwiderte dem Herrn: »Die Strafe ist zu schwer für mich.
14 Du verjagst mich jetzt vom Ackerland und verbannst mich aus deiner Gegenwart. Als heimatloser Flüchtling muss ich von Ort zu Ort ziehen.
Jeder, dem ich begegne, kann mich erschlagen.«
15 Der Herr antwortete: »Das soll nicht geschehen! Wer Kain tötet, an dem soll es siebenfach gerächt werden.« Der Herr machte ein Zeichen an Kain.

Niemand, der ihm begegnete, durfte ihn töten.
16 Kain zog fort, weg vom Herrn, und ließ sich im Land Nod nieder.

Das liegt östlich des Gartens Eden.